EuroTier 2018 – Kommunikation und Innovation

EuroTier 2018 - Agrarblogger auf dem Podium

Die EuroTier in Hannover ist eine der größten Messen für die professionelle Nutztierhaltung weltweit. Namhafte Futtermittelhersteller, Stallbauunternehmen oder Anbieter von Stalltechnik sind dort genauso vertreten, wie Tierzuchtunternehmen oder eine Reihe von Agrarverbänden. Ausrichter der Veranstaltung ist die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (kurz: DLG). Ich war dort und habe mich umgeschaut. Mein Eindruck: Die Themen Tierwohl und Digitalisierung sind wesentliche Innovationstreiber.

In seiner Eröffnungsrede zur EuroTier sagte Hubertus Paetow, Präsident der DLG: „Eine nachhaltige Tierhaltung zu entwickeln ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Eine konsequente Umsetzung erfordert aber, dass Gesellschaft und Tierwirtschaft zusammenfinden und einen sachgerechten und zielgerichteten Dialog suchen und führen.

Agrarkommunikation mit Blog und Twitter

Den Dialog mit der Gesellschaft zu suchen, machen sich daher immer mehr Landwirtinnen und Landwirte zur Aufgabe. Ich beobachte seit einiger Zeit, dass immer von ihnen soziale Medien, wie Facebook, Twitter oder eigene Blogs nutzen, um aus ihrem Alltag zu berichten.

Ich habe mich deshalb gefreut, auf einem der vielen Podien im Rahmen der EuroTier die Agrarblogger Bernhard Barkmann (Blogagrar.de) und Thomas Fabry (Fabrykant.de) einmal persönlich kennenzulernen (s. Foto oben). Sie gehören zu den Vorreitern in Sachen Agrarkommunikation per Social Media und sind dabei sehr engagiert. Fragen zur Landwirtschaft und Tierhaltung beantworten sie und ihre Mitstreiter gerne und kompetent. Und das ist auch notwendig.

Digitalisierung für mehr Transparenz und Tierwohl

Das was die Agrarblogger mit persönlichem Engagement bereits heute tun, nämlich sich für mehr Transparenz in der Tierhaltung einsetzen, das wird künftig noch mehr von Sensoren und digitaler Technologie unterstützt. Zwar sind Blockchain, Big Data und Künstliche Intelligenz noch eher theoretische Ansätze, die erst langsam ihren Weg in die Praxis finden, die daten- und wissensbasierte Tierhaltung ist aber weiter auf dem Vormarsch.

In der Ausstellungshalle der EuroTier, in der die Universitäten und Forschungseinrichtungen untergebracht waren, konnte man diese Ansätze bereits erahnen. Eine Vielzahl neuer und vernetzter Sensoren macht es möglich, auch wenn der damit verbundene Begriff „Tierhaltung 4.0“ die Tierhaltung noch mehr in die industrielle Ecke rückt. Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Tiergesundheit und Tierwohl können davon profitieren. Tierwohlindikatoren können beispielsweise rund um die Uhr erfasst und dokumentiert werden. Sollte es den Tieren einmal schlechter gehen, können Gegenmaßnahmen schnell eingeleitet werden. Diese Verantwortung sollten die Tierhalterinnen und -halter allerdings nicht an die Technik abgeben.

Partizipation statt Konfrontation

Eins möchte ich noch zum Schluss noch erwähnen: Viele Verbesserungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Tierwohl sind mit zum Teil großen Investitionen verbunden. Auf der EuroTier kann man das wunderbar sehen. Wenn wir das „gesamtgesellschaftliche Projekt Tierhaltung“ ernstnehmen wollen, dann muss die Gesellschaft ihren Teil dazu beitragen.

Hier sind nicht nur technologische Innovationen gefordert, sondern auch soziale. Neue Geschäftsmodelle sind zu überlegen. Neue Formen der Kommunikation auszuprobieren. Alle sollten an einem Strang ziehen, wenn es um die nachhaltige Entwicklung der Tierhaltung geht. Und zwar in die gleiche Richtung.

Hierbei sind Partizipation und Kommunikation gefragt, statt Konfrontation und gegenseitige Ablehnung. Die technischen Möglichkeiten dafür sind vorhanden. Das hat mir die EuroTier gezeigt. Nutzen wir sie. Gemeinsame Projekte können erste Schritte auf diesem Weg sein. Wer hat dafür Ideen? Über Anmerkungen und Vorschläge in den Kommentaren freue ich mich sehr.

Christian H. Meyer
Ich bin Christian H. Meyer. Hier im Blog schreibe ich über Themen und Ideen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Coaching und Forschung. Und außerdem über das, was mich sonst noch interessiert. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt, zögern Sie nicht, ihn zu teilen oder zu kommentieren. Fragen dazu beantworte ich gerne.

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